Der schottische Dudelsack - Great Highland Bagpipe

Wie funktioniert das denn?

Ganz grob funktioniert das so: Der Luftsack (Bag) wird mittels der Blowpipe (Blowstick with Mouthpiece)  vollgeblasen. Mit dem Arm übt der Piper soviel Druck auf Ihn aus, daß die Reeds (Rohrblätter) in der Chanter und in den Drones in Schwingung kommen und so einen Ton erzeugen. Nun muß ständig ordentlich Luft nachgeblasen werden, denn alle vier Reeds benötigen Sie permanent, damit der Ton nicht abreißt. Während die Dronereeds einen konstanten Akkord erzeugen, verändert der Piper mit der Chanter, wie bei jeder anderen Flöte auch, die Tonfolge und die Tonlage durch Öffnen und Schließen der Öffnungen zur Melodie.

Warum klingt das so anders?

Die kulturelle Umgebung in den Anfängen der europäischen Dudelsackgeschichte kannte das heutige Oktavsystem (Tonleiter mit 8 Noten) nicht, sondern man verwendete ein pentatonisches System (Tonleiter mit 5 Noten). Ähnliche Abweichungen vom uns bekannten Oktavsystem finden sich heute noch in den nah- und fernöstlichen Kulturen, wo teilweise 9 - 12tönige Systeme Verwendung finden, weshalb diese Musik in unseren Ohren auch so fremdartig klingt. Das pentatonische System der Dudelsackmusik war dem Oktavsystem immerhin aber so ähnlich, dass die Schreibweise einigermaßen leicht übertragen werden konnte. Dass immer noch Unterschiede bestehen, lässt sich dann feststellen, wenn der Dudelsack gemeinsam mit anderen, gängigen Oktav-Instrumenten gespielt werden soll und die gegenseitige Abstimmung doch einigen Aufwand erfordert.

Und wo sind die Noten?

Auswendig zu spielen entspricht der langen Tradition dieser Musik. Noten waren vor Jahrhunderten nicht vorhanden. Genau genommen gab es sie in der von uns bekannten Notenschreibweise gar nicht. Man gab die Tradition der Lieder in den einzelnen Clans per Spiel weiter. Der heutige Spieler hat es etwas leichter. Er lernt das Stück, wie jeder andere Musiker auch, zunächst nach Noten. Dazu benutzt er meistens die handliche und leise Übungsflöte (Practice Chanter). Beherrscht er das Stück auswendig und sicher, muß er es auf die Pipe bringen. Er muß nun Spiel, Blasdruck und Armdruck so koordinieren, daß ein gleichmäßiger Tonfluß erzeugt wird. Dazu gehört auch das übergangslose Anspielen des Instruments sowie das Leerspielen des Luftvorrats. Ein Nachklingen der Bordune nach Beendigung eines Stücks ist verpönt.
Zum Erlernen des Instruments gehört noch mehr. Holz und Leder des Instruments verlangen Pfege und Gebrauch. Der angehende Piper erlernt das Zubereiten und Einspielen eines Rohrblattes (Reed), welches den Ton erzeugt. Er lernt zudem das Justieren der Drone Reeds, die den Dauerton in den drei Bordunen erzeugen. Danach muss er die Bordune auf das untere A (low A) der Spielflöte (Chanter) abstimmen. Erst wenn alles gut aufeinander abgestimmt ist erzeugt der Dudelsack seine charakteristische Tonstimmung. Vor jedem Spiel der Band, vor allem bei Auftritten, müssen alle Instrumente genau aufeinander abgestimmt werden.


Unsere Band spielt größtenteils auf Hardie-Bagpipes; hier die Kontakt-Adresse:

R.G.HARDIE & Co.
Unit W7
Rosemount Workspace
141 Charles Street
Glasgow
G21 2QA
Tel.: 041-332 3021
Fax: 041-332-8381
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