Montag, 16. Juni 2003


1. ELLWANGER TATTOO / 2250 Besucher auf dem Schloss erlebten ein furioses Spektakel
Leider blies auch der Sturm kräftig mit
Das 1. Ellwanger Tattoo am Samstag geriet für die Veranstalter zu einem echten Härtetest: Am späten Nachmittag hatte der Sturm die Aufbauten nahezu komplett verwüstet, und in Rekordzeit musste mit viel Improvisation das Areal wieder hergerichtet werden. Gelohnt hat sich die Mühe allerdings: Das war sicher nicht das letzte Tattoo auf dem Schloss!

VON FRED OHNEWALD
2250 Menschen sahen am Samstag das 1. Ellwanger Tattoo....
Der Spielmannszug der Ellwanger Bürgergarde (links)...
ELLWANGEN   Die Karten waren ausverkauft, kein Zweifel: Bereits eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung drängten sich die Besucher vor dem Schloss, ganze Busreisegesellschaften waren da. Doch der Einlass verzögerte sich erheblich: Der Sturm hatte die mühevollen Aufbauten fast samt und sonders durch die Gegend gewirbelt. Und eins kam zum anderen: Die fleißigen Helfer von Feuerwehr und Bauhof, die beim Aufbau zugepackt hatten, mussten jetzt zum Sturm-Einsatz ausrücken, und den Tattoo-Veranstaltern blieb nur noch eine Rumpfmannschaft, um alles wieder herzurichten. Die Mikrofone unter der Bühne, die das Klickediklack der irischen Tanzgruppe hätten aufnehmen sollen, waren sozusagen fortgespült, das bis dato wunderschön beflaggte Stabsgebäude am Schloss wies plötzlich nur noch drei Fahnen auf, die Beleuchtungsanlage war fast im Eimer - und ständig signalisierte der Himmel weitere Unwetter. Doch die blieben dann glücklicherweise aus.
Ideal waren die Voraussetzungen nun also leider nicht mehr, doch die Besucher hatten trotzdem ihren Spaß: 2250 Menschen hatten Einlass gefunden, und wegen der beschränkten Platzverhältnisse mussten viele weitere, die auf gut Glück an der Abendkasse noch nach Karten fragten, leider abgewiesen werden.
Keine Frage: Wenn - vielleicht 2005? - das 2. Ellwanger Tattoo folgt, sollten Tribünen aufgebaut werden: Wegen des größeren Sitzplatzangebots und auch wegen der besseren Sicht auf das Geschehen.
Begrüßt wurden die Besucher vom Chief Drum Major Jürgen Uhrig aus Ludwigshafen, der die musikalische Leitung innehatte und wortreich durch das Programm führte - etwas zu wortreich, wie viele fanden. Bürgermeister Karl Bux sprach im Namen der Stadt einen Willkommensgruß aus.
Glanzlicht aus Ryburg

Den musikalischen Auftakt machte der Spielmanns- und Fanfarenzug Retzbach, und der ließ denn auch gleich ahnen, dass nicht nur unter die Haut gehende Dudelsackmusik an diesem Abend den Applaus wert war. Diese Band verband professionelle Blasmusik mit einer perfekten kleinen Show, die sie am Ende des Programms beim großen Tattoo noch in farbenfrohen Uniformen krönen sollte.
Dann das erste Zusammentreffen mit den Pipes & Drums: In original schottischer Tracht traten Spieler und Spielerinnen der Hohenlohe Highlanders Pipes & Drums, der Kochen Clan Pipe Band, der Ehinger Pipes & Drums, der German Lowland Pipes & Drums, der Caverhill Guardians Pipes & Drums, der Scottish Volunteers, der City of Nürnberg Pipes & Drums und der Royal Sulgemer Crown Swamp Pipers gemeinsam an, und der vereinte Klang der Dudelsäcke und Trommeln - übrigens ganz ausgezeichnet gespielt! - bescherte den Besuchern die erste wohlige Gänsehaut des Abends.
Heimelig ging's weiter: Der Spielmannszug der Ellwanger Bürgergarde erhielt ebenso verdienten Applaus wie die "Blue Step Angels", eine Stimpfacher Irish Dance-Gruppe. Auch ohne Mikrofone unter der Bühne wurde die kühle Wildheit dieses eigenwilligen Tanzes spürbar.
Wenn's nach dem Applaus geht, setzte jedoch das Tambourenkorps der Fastnachtszunft Ryburg den ersten Höhepunkt: Der Beifall wollte kaum enden, war regelrecht frenetisch.
(Fortsetzung nächste Seite)
(Fotos: FE/cia)